Atemschutzüberwachung

Atemschutzüberwachung

Jul 10, 2013. | Von: mobilion.eu

Bei jedem Atemschutzeinsatz und bei jeder Übung mit Isoliergeräten muss nach FwDV 7 eine Atemschutzüberwachung durchgeführt werden. Die Zuständigkeit liegt in der Verantwortung des Gruppenführers. Zudem sind eine Reihe von Richtlinien und Normen zu beachten. Für eine erfolgreiche Atemschutzüberwachung ist neben der Überwachungstechnik das Zusammenspiel zwischen Trupp und Gruppenführer wichtig. Geeignete Atemschutzüberwachungslösungen gibt es in den verschiedensten Ausführungen. Wobei hier neue Technik und aktuelle Entwicklungen auf bereits etablierte Lösungen treffen.

Atemschutzüberwachung nach FwDV 7

Der Innenangriff unter Atemschutz ist eine der gefährlichsten Tätigkeiten die ein Feuerwehrangehöriger im Einsatz ausüben kann. Der begrenzte Luftvorrat von 30 Minuten bei einem Pressluftatmer machen ein planvolles Vorgehen während des Atemschutzeinsatzes notwendig.

Zu diesem Zweck hat sich die Durchführung einer Atemschutzüberwachung bewährt. Die FwDV 7 „Atemschutz“ fordert daher unmissverständlich

Bei jedem Atemschutzeinsatz mit Isoliergeräten und bei jeder Übung mit Isoliergeräten muss grundsätzlich eine Atemschutzüberwachung durchgeführt werden

(Staatliche Feuerwehrschule Würzburg, 2005)

Verantwortlicher für die Atemschutzüberwachung

Die FwDV 7 stellt fest, dass zur Überwachung der Geräteträger der jeweilige Einheitsführer zuständig ist. Es können jedoch geeignete Personen zur Unterstützung hinzugezogen werden. Nach der Feuerwehrdienstvorschrift ist eine Person dann geeignet wenn sie die Grundsätze der Atemschutzüberwachung kennt.

Wichtig ist es hier noch zu erwähnen, dass das hinzuziehen einer geeigneten Person nichts an der Zuständigkeit des Einheitsführers ändert. Da diese lediglich als Unterstützung dient.

Richtlinien und Normen

Für die Atemschutzüberwachung gelten eine ganze Reihe von Richtlinien und Normen. Die verwendeten Geräte müssen für das jeweilige Einsatzgebiet eine entsprechende Zertifizierung vorweisen. Zudem muss jeder Atemschutzgeräteträger regelmäßig eine arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung nach dem berufsgenossenschaftlichen Grundsatz G26.3 bestehen und über die entsprechende Befähigung für den Atemschutzeinsatz in Form von Ausbildung, Fortbildung und Übung verfügen. Erfolgsfaktor für die Durchführung jeder Atemschutzüberwachung ist das Zusammenspiel von Trupp und Zuständigen für die Atemschutzüberwachung. Sofern die notwendige Sachkenntnis bei allen Beteiligten vorhanden ist, benötigt man für eine Atemschutzüberwachung lediglich Stift, Papier und eine Uhr.

In der Praxis haben sich jedoch verschiedenste Systeme vor allem Atemschutzüberwachungstafeln mit Kurzzeitmesser etabliert. Überblick und Warnhinweise beim Unterschreiten bestimmter Schwellenwerte bringen zusätzliche Sicherheit bei der Atemschutzüberwachung.

Übersicht über die Atemschutzüberwachungstechnik

Systeme zur Atemschutzüberwachung gibt es in den verschiedensten Ausführungen. Die Palette reicht hier von der einfachen Atemschutzüberwachung mit Stift und Papier bis zur vollautomatischen Lösung inklusive Telemetrie. Im folgenden eine kurze Übersicht über gängige Atemschutzüberwachungstechnik.

  • Stift und Papier Lösung mit Klemmbrett
  • Atemschutzüberwachungstafel mit Kurzzeitmesser
  • Elektronische Atemschutzüberwachungstafel
  • Elektronische Atemschutzüberwachungstafel mit Registriersystem
  • Elektronische Atemschutzüberwachungstafel mit Telemetrie
  • Atemschutzüberwachungs-Software
  • Atemschutzüberwachungs-App auf iPad oder anderen Tablets

Wie bereits erwähnt haben sich in der Praxis vor allem Atemschutztafeln mit Kurzzeitmessern bewährt. Mit dem Vorstoß mobiler Technologien in Form von Smartphones oder Tablets gibt es neue Lösungswege für die Atemschutzüberwachung.

Aktuelle Entwicklungen in der Atemschutzüberwachung

Mobile Hardware erschließt mittlerweile Einsatzgebiete die vormals nur mit sehr speziellen und vor allem teuren Geräten zugänglich war. Vor allem im Bereich von Feuerwehr und anderen BOS geht der Trend klar in Richtung Digitalisierung.

Für den Bereich Atemschutz ist dieser Trend sinnvoll und sehr nützlich. Automatisiertes auswerten von Daten (z.B. Rückmeldung von Druckabfragen) und optisches sowie akustisches Feedback beim Erreichen bestimmter Einsatzzeiten bieten gegenüber analoger Überwachungssysteme einen deutlichen Mehrwert. Vorteile von Atemschutzüberwachungslösungen als Software oder App sind.

  • Unabhängigkeit von Lichtquellen
  • Witterungsunabhängigkeit
  • Automatisches Feedback
  • Automatische Berechnung der Einsatzzeit
  • sekundengenaue Dokumentation

Weiterführende Literatur

Pannier, C., & Weich, R. (o.J.). Der Atemschutzeinsatz – Eine Betrachtung im Umfeld von Richtlinien, Normen und Vorschriften. Abgerufen am 03. 07 2013 von Atemschutz.org: http://www.atemschutz.org/prg/SYS03Download.php?ModuleType=MUL03&MID=03&Class=Documents&ItemID=86&file=Der%20Atemschutzeinsatz%20-%20Eine%20Betrachtung%20im%20Umfeld%20von%20Richtlinien,%20Normen%20und%20Vorschriften.pdf

Sperber, F. (15. 10 2011). Atemschutüberwachung (ASÜ). Abgerufen am 03. 07 2013 von innenangriff.com: http://www.innenangriff.com/2011/10/15/atemschutzueberwachung-asue/

Staatliche Feuerwehrschule Würzburg. (2005). Feuerwehr Dienstvorschrift 7 Atemschutz. Abgerufen am 03. 07 2013 von sfs-w.de: http://www.sfs-w.de/lehr-und-lernmittel/merkblaetter-broschueren/feuerwehrdienstvorschriften.html?no_cache=1&download=02_05_2011-07-19.pdf&did=15


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